Dies Aeterna
III. Vom Hochmut
"Errette mich, Herr!"
sagt ein christlicher Mann,
als er sich Sorgen zu machen begann,
wie denn das Leben, was er hier führte
doch aussieht vor des Himmels Pforte.
"So einfach werde ich es dir nicht machen!",
sagte sich Gott und fing an zu lachen
verkleidet in eine hutzlige Frau,
die weinte mit Augen strahlend blau
und saß dann am Wegrand,
als der Mann seinen Weg fand
und wartete auf das Hinweisschild:
zum Himmel zur Hölle
sanft oder wild ?
Doch er fand nur eine hutzlige Frau,
die wusste selber nicht so genau,
wo der Weg in den Himmel wohl führte
und welches Gebet man zelebrierte,
um bei den Guten aufgehoben zu sein
"Denn", das bildete der Mann sich ein,
"egal ob ich es verdient oder nicht,
die Guten nehmen mich sicherlich
bin nicht zu reich, nicht zu arm und gescheit
im Herzen hüte ich Heiterkeit."
Die Alte sprach: "Wie sieht Gott denn wohl aus?
Ein Mann ein Weib eine Zaubermaus?
Sitzt er vielleicht auf diesem Stein?
Oder, passt er in eine Kirche hinein?"
Der Mann, der lacht: "Mein liebes Kind "
(obwohl das Weiblein sich älter find!),
"du hast ja kein Ahnung, was du da sagst,
der Gott, der hat die Menschen gemacht
nach seinem Abbild.
Ob sanft oder wild
bestimmt ist es ein alter Professor,
der weise Bücher liest und vor
langer, langer Zeit auf der Erde wandelte
und mit Weisheit handelte.
Während seiner Rede bläht der Christenmann sich auf.
Seine Größe wächst in den Himmel hinauf
Da macht es "paff". Und was groß ist, wird klein
Und passt in eine Streichholzschachtel hinein.
"So will ich dir sagen", sagt die Hexe klein.
"Gott passt in eine Streichholzschachtel hinein
wie du, und ich sage dir bloß,
du reitest auf einem hohen Ross.
Was göttlich ist, das wandelt sich
Ob klug oder dumm, das bleibt sicherlich
Dahingestellt, denn das ist nicht interessant,
sondern nur, ob das Herz seinen Weg hier fand.
Akampita Steiner
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Dies aterna - Vom
Hochmut
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